Warum die Augen im Büro so schnell müde werden
Ein normaler Arbeitstag verlangt Ihren Augen viel ab. Der Blick wandert ständig zwischen Bildschirm, Tastatur, Notizzettel und Kollegin hin und her, und jedes Mal muss das Auge neu scharf stellen. Kommen Spiegelungen auf dem Display, eine ungünstige Raumbeleuchtung oder ein zu kurzer Sitzabstand dazu, merken viele das am Nachmittag: Kopfschmerzen, trockene Augen, Verspannungen im Hals und Nacken.
Ab etwa Mitte vierzig verschärft sich das Problem. Die Augenlinse verliert an Elastizität, das Scharfstellen in der Nähe wird mühsamer. Wer dann mit einer Gleitsichtbrille am Monitor sitzt, schiebt oft unbewusst das Kinn nach oben, um durch den unteren Glasbereich zu schauen. Genau diese Haltung landet abends im Nacken.
Lesebrille, Gleitsicht oder PC-Brille?
Eine reine Lesebrille ist für die Arbeit am Schreibtisch meist zu stark eingestellt. Sie ist auf rund 40 Zentimeter ausgelegt, der Monitor steht aber häufig 60 bis 80 Zentimeter entfernt und wirkt damit unscharf. Einer Fernbrille fehlt dagegen die Unterstützung für die Nähe.
Die Gleitsichtbrille deckt alle Entfernungen ab, vom Straßenschild bis zum Kleingedruckten. Dafür ist der Zwischenbereich, in dem der Bildschirm liegt, eher schmal. Für einen Spaziergang über den Alten Markt ist das ideal, für acht Stunden Excel weniger.
Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille, oft auch PC-Brille oder Bildschirmbrille genannt, setzt die Prioritäten anders. Je nach Glastyp unterscheidet man grob zwei Varianten:
- Nahkomfortgläser decken etwa den Bereich von der Lesedistanz bis rund einen Meter ab. Gut geeignet, wenn Sie fast nur am Schreibtisch sitzen.
- Raumgläser reichen weiter, je nach Ausführung bis etwa zwei bis vier Meter. Praktisch, wenn Sie auch den Kollegen im Raum oder das Whiteboard im Besprechungszimmer scharf sehen möchten.
Für den Weg nach Hause oder das Autofahren ist eine Arbeitsplatzbrille nicht gedacht. Sie ergänzt Ihre Alltagsbrille, ersetzt sie aber nicht.

Arbeitgeber und Kosten der Arbeitsplatzbrille
Wer regelmäßig am Bildschirm arbeitet, hat Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge anbietet. Grundlage ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Dazu gehört auch eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens, meist beim Betriebsarzt.
Stellt sich dabei heraus, dass Sie für die Bildschirmarbeit eine spezielle Sehhilfe brauchen und Ihre normale Brille dafür nicht geeignet ist, muss der Arbeitgeber diese im erforderlichen Umfang zur Verfügung stellen. In welcher Höhe die Kosten übernommen werden, regeln Unternehmen allerdings unterschiedlich. Manche zahlen einen Zuschuss, andere übernehmen die Brille vollständig.
Unser Tipp: Sprechen Sie vor dem Kauf mit Ihrer Personalabteilung oder dem Betriebsarzt und klären Sie, welche Unterlagen benötigt werden. Wer bei uns eine Arbeitsplatzbrille in Bielefeld anfertigen lässt, bekommt gern Hinweise, was für die Abstimmung mit dem Arbeitgeber hilfreich ist.
Blaulichtfilter: was er leisten kann
Auf Wunsch statten wir Ihre Arbeitsplatzgläser mit einem Blaulichtfilter aus. Er reduziert einen Teil des kurzwelligen blauen Lichts, das Bildschirme und LED-Leuchten abgeben. Viele Menschen empfinden das Sehen damit als angenehmer, gerade bei langen Tagen am Monitor oder am Laptop im Homeoffice.
Wichtig zu wissen: Ein Blaulichtfilter ersetzt keine gut eingestellte Sehstärke und keine ergonomische Einrichtung. Ob er für Sie sinnvoll ist, besprechen wir offen mit Ihnen.